full feed fast forward frenzied fli
ghts - high art madness and defr
agmentation - full feed fast forw
ard frenzied flights - high art ma
dness and defragmentation - ful
l feed fast forward frenzied fligh
          home  
            e-mail  
        cd   links  
          see also    
          order    
          reviews    

  review: AMPHOTEROS  

             
  Roland Duschlbauer -
SPELLBOUND
  MY WAY # 56 ou - testcard # 13  
           
 

Eine treffsichere stilistische Zuordnung ist auch bei „Amphoteros“, der CD von N.N. und ähnliche Elemente“, zum Scheitern verurteilt. Die geräuschvollen Soundkollagen, zusammengesetzt aus Frauengesang, Akkordeon, fernöstlichen Tongebilden, allesamt eingebettet in fremdartig anmutende Industrialsounds, bieten durchaus ein kompositorisch ansprechendes Musikkaleidoskop. Für meinen Geschmack ist „Amphoteros“ jedoch zu kalt und steril. Die Wärme und Seele von akustischem Instrumentarium vermisse ich doch ein wenig.

Roland Duschlbauer - SPELLBOUND, Austria

index
 
 
 

 

Hier arbeiteten Mälzner und Richter zusammen mit dem Elektroniker Klaus Schneiderheinze und es entstand das Album "Amphoteros" mit ruhiger fließender Elektronik. Keyboards, Midi-Gitarre, zurückhaltende Rythmusfragmente und Klangflächen verbinden sich zu sehr schlüssiger Musik. Das ganze wirkt wie elektronische improvisierte Musik, die auf Effekthascherei verzichtet und dadurch umso kraftvoller wirkt.

MY WAY # 56, Germany

index
 
 
     
 

 
... „Amphoteros“ gibt sich offen als Improvisation, an der zusätzlich noch Klaus Schneiderheinze am Synthesizer beteiligt war. Schleppender ist das Ganze, zäh tropfend, hin und wieder wie das Klöppeln von Gefangenen in Schiffsrümpfen. Im Weltraum. In wispernden Gängen mit unsichtbaren Mini-Insekten aus Klickerstahl. Wasser tropft ein. Vögel zwitschern plötzlich. Das Etikett auf der CD zeigt einen fliegenden Fisch mit Brüsten.
Man wird die Vorstellung nicht los wie hier drei musikalisch-kreativ gesegnete Versionen der bärtigen Computer-Club-Onkels aus dem dritten Programm voller neo-dadaistischer Lust in ihrem nach Prozessoren und Lüftern riechenden Keller sitzen, mit diebischer Freude die kleinen Auflagen ihrer CDs bekleben und es genießen, eine Musik zu erstellen, die in all ihren Ausprägungen trotz ihres improvisierten, collagehaften, abstrakten, krautigen, vermeintlich unnahbaren Charakters unterm Strich den guten alten Film im Kopf erzeugt. Nur eben mehr Kubrick als Spielberg, mehr Halbschlaf-Assoziations-Kaskade als aristotelische Geschichtenstruktur.
Dies beantwortet schon fast die Frage, ob Dekonstruktion in der Musik überhaupt noch möglich ist, wo auch solche Formen nach kurzer Gewöhnungsphase zu Kopfkino für Schizos, Rätselkammer für Experten oder Distinktionsgewinn für Avantgarde-Aristokraten werden und ob als Alternative nicht nur noch die bloße Formlosigkeit bleibt, die dann den Bereich der „Musik“ selbst im weitesten Sinne verlassen müßte.
Es bleiben eine Menge interessanter Musik und der beruhigende Gedanke, daß mit „high art madness“ auf der Homepage von No Edition vielleicht gar keine Selbstbeschreibung gemeint ist, sondern der umständliche Erklärungswahnsinn von Rezensenten, die irgendwie mit einer Musik umzugehen versuchen, die den Verursachern vielleicht einfach nur mächtigen Spaß gemacht hat.

Oliver Uschmann - testcard # 13, Germany

index